Meine Tochter ist, im Gegensatz zu mir, eine „Potschn“-Trägerin  und –liebhaberin. Ich konnte mich mit Hausschuhen nie recht anfreunden, sie kamen mir immer fürchterlich spießig und bieder vor. Hausschuhe. Das einzige Paar, das ich mir kaufte und an das ich mich mit wehem Herzen erinnere – sie haben sich längst in Luft aufgelöst -, war ein Paar originaler Ugg-Boots aus Australien, zu einer Zeit, als die noch kein Mensch trug. Sie waren herrlich warm und hatten sehr wenig bis gar nichts von einem “Hausschuh”. Vielleicht war die Gummisohle dran Schuld. Continue reading »

25.03.2011 laranz und schabe-pyramiden 050

Wenn “Kunst” von “Können” kommt, dann ist das hier Kunst. Jedes Mal, wenn ich an dieser Parade-Formation von “Schabe”-Pyramiden, von denen der Zöggele-Bauer letzten (oder vorletzten?) Sommer etwa 12 in absoluter Perfektion vor dem Schlern postiert hatte, vorbei lief, tat mein Herz einen Freudenhüpfer, angesichts der Sorgfalt, Achtsamkeit und Mühe, die in dieser Arbeit stecken, aber auch des großen Respekts, der hier auch dem “niedrigsten” Material gezollt wurde. Die meisten Menschen würden dieses ganz und gar widerspenstige und unregelmäßige Kleinzeug vermutlich in einem großen Haufen abbrennen. Mich beeindruckte aber auch die schier übermenschliche Geduld, die in dieser Arbeit steckt und glücklicherweise selbst in unserer schnelllebigen und ungeduldigen Zeit hie und da noch überlebt hat. Die Hoffnung bleibt, dass dieser Kunstsinn nicht gänzlich aussterben möge.

25.03.2011 laranz und schabe-pyramiden 045-001

25.03.2011 laranz und schabe-pyramiden 019-001

Die Nummer Neun ist mit 38 qm eine der kleineren Zweizimmerwohnungen, aber natürlich komplett und vollständig wie alle anderen auch. Was diese Wohnung radikal von allen anderen unterscheidet ist die Tatsache, dass sie im Erdgeschoss liegt, als einzige, und zwar direkt neben unserem kleinen Aufenthaltsraum. Das kann durchaus sehr praktisch sein, jedenfalls aber kommen eventuell störende Geräusche anderer Mitbewohner nur über eine Seite, nämlich von oben, an die Bewohner der Nummer Neun heran. Links ist, wie gesagt, die kleine und sehr ruhige “Stube”, rechts die zur Wohnung gehörende Terrasse und danach kommt nur noch das Nachbarhaus.

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Nein, liebe Gäste, Passanten, Nachbarn und Beobachter, nein, es ist nicht Lieblosigkeit, und auch keine Gedankenlosigkeit, nicht Geiz und nicht Nachlässigkeit, wenn ich dieses Jahr die Weihnachtsbeleuchtung noch nicht aktiviert habe. Ja, unsere Umwelt und Lichtverschmutzung sind ein Thema, selbstverständlich, spielen aber nur eine kleine und keineswegs die Hauptrolle bei dieser meiner Entscheidung:

Vielmehr glaube ich, dass gerade die Weihnachtszeit eine gute Zeit ist, um einmal ein wenig inne zu halten und sich zu fragen: Brauchen wir das? Wollen wir das? Macht es Sinn? Continue reading »

Bald ist es wieder so weit: Die dunkelsten Tage des Jahres ziehen ins Land, und mit ihnen die Dämonen aus der Unterwelt. Traditionen wie der “Krampuslauf” werden seit ein paar Jahren auch bei uns in Kastelruth wieder mit neuem Leben eingehaucht, oder besser: Altes wird wieder zum Leben erweckt. Was dabei bedauerlicherweise ein wenig stiefmütterlich behandelt wird, ist die Tatsache, dass es bei dieser Tradition sehr viel weniger um “Action” ging, sondern vielmehr um uralte, meist vorchristliche Kulthandlungen. Faszinierend.

Für mich selbst und alle, die an dieser interessanten Thematik interessiert sein sollten, habe ich dieses schönen Band (Carsten Peter, erschienen bei National Geographic) gekauft:

 

In St. Vigil, einer von neun Fraktionen der Gemeinde Kastelruth, steht seit dem 15. Jahrhundert die “Malenger-Mühle”, hier gesehen und erzählt vom Nudelhersteller “Barilla”. Die Mühle verrichtet sehr mehr als fünf Jahrhunderten ununterbrochen ihren Dienst und ist jederzeit einen Besuch wert (am schönsten zu Fuß). Wer Glück hat, trifft den Mühlenbesitzer persönlich an, und für so macheN schlüpft er in die Rolle des Führers und erzählt von seiner Mühle und ihrer langen Geschichte.

A San Vigilio, una delle 9 frazioni del Comune di Castelrotto, si trova il mulino “Malenger”, nel video visto e raccontato da Casa “Barilla”. Il mulino risale al 1500 ed è, da allora e tra i pochissimi in Alto Adige, ininterrottamente in funzione. Vale sempre una visita (meglio se a piedi), e per qualcuno il proprietario veste i panni della guida per raccontare la storia e il funzionamento del suo mulino.